Stabwechsel im Landestierschutzverband:

Stabwechsel im Landestierschutzverband:




Gerhard Käfer gibt Vorsitz nach über 25 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit an der Spitze des Verbandes ab.






Stabwechsel im Landestierschutzverband: Gerhard Käfer gibt Vorsitz des Verbandes ab.

Bei der Mitgliederversammlung des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg e.V. am 19. April 2008 in Stuttgart-Degerloch gab Gerhard Käfer (70)den Vorsitz nach über 25 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit an der Spitze des Verbandes ab.
Auf Vorschlag des scheidenden Vorsitzenden wählten die Delegierten mit überwältigender Mehrheit den bisherigen Zweiten Vorsitzenden Herbert Lawo (49) zum neuen Vorsitzenden.

Bild: Gerhard Käfer und Herbert Lawo
Gerhard Käfer und Herbert Lawo

Zum Nachfolger wählten die Delegierten auf der Jahreshauptversammlung in Stuttgart Herbert Lawo, Vorsitzender des Tierschutzvereins Reutlingen.

In seiner Antrittsrede kündigte der neu gewählte Vorsitzende Herbert Lawo an, die von Gerhard Käfer eingeschlagene Richtung weitergehen zu wollen. Die grundsätzlichen, inhaltlichen Positionen des Landesverbandes würden selbstverständlich beibehalten werden. An die Delegierten gewandt, sagte Lawo, dass der Verband weiterhin dem karitativen Tierschutz vor Ort – in Gestalt der Mitgliedsvereine – als Dienstleister unterstützend, beratend, vermittelnd und koordinierend zur Seite stehen werde. Er setze dabei auch auf das bewährte Mitarbeiterteam in der Geschäftsstelle in Karlsruhe.

„Unser Bestreben wird es sein, weiter daran zu arbeiten, dass die Vereine und deren Funktionsträger vor Ort kompetent sind in Sachen Tierschutz – sowohl in der unmittelbaren Tierbetreuung als auch in der Führung von Tierheim und Verein“, so Lawo.
Auch den politischen Tierschutz will Lawo auf verschiedenen Ebenen des Landes und des Bundes weiter verfolgen und verwies dabei unter anderem auf die Mitarbeit im Tierschutzbeirat des Landes. Dem Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, versicherte Lawo, dass man sich auch unter der neuen Führung auf einen verlässlichen Partner Landesverband Baden-Württemberg einstellen könne: „Unsere konstruktiv kritische, loyale Haltung zum Deutschen Tierschutzbund wird bleiben“.
Der neue Vorsitzende, Jahrgang 1958, ist seit über 30 Jahren in verschiedenen Bereichen ehrenamtlich tätig und seit 2000 Vorsitzender des Tierschutzvereins Reutlingen u. U. e. V. . Von 2002 bis 2005 war Lawo Mitglied des Erweiterten Vorstands des Landestierschutzverbandes und seit 2005 dessen Zweiter Vorsitzender. Darüber hinaus ist er seit mehreren Jahren ehrenamtliches Mitglied des Tierschutzbeirats beim Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg sowie ehrenamtliches Mitglied/Vorsitzender des Prüfungsausschusses für Tierpfleger/innen Fachrichtung Tierheim und Tierpension, der IHK Reutlingen u. a..

Der Erweiterte Vorstand des LV

Bild: Der neue Vorstand des Landestierschutzverbandes
(von li. nach re.: Volker Stutz, Michael Höll, Herbert Lawo, Stefan Hitzler, Hanne Paff, Andreas Thürmer, Sandra Kießner, Stefan Graf, Ingrid Weigel, Christa Müller-Fehrenbach, Marianne Winkler, Viola Peter - leider fehlen: Elke Ziriakus, Gisa Schwarte, Petra Deyringer-Kühnle und Markus Richter)

Zum neuen Zweiten Vorsitzenden wurde Volker Stutz, Vorsitzender des Tierschutzvereins Wiesloch/Walldorf u. U. e. V., gewählt. Zur neuen Schatzmeisterin bestimmten die Delegierten Viola Peter, Vorsitzende des Tierschutzvereins Baden-Baden e. V. . Stefan Hitzler, stellv. Vereinsleiter des Kreistierschutzvereins Heidenheim, wurde einstimmig zum Schriftführer ernannt.

Zur Seite stehen dem neuen Engen Vorstand zwölf weitere, offiziell von den Delegierten als Mitglieder des Erweiterten Vorstandes gewählte, aktive Tierschutzvereinsvertreter. Sie bilden den Erweiterten Vorstand. Ebenfalls neu bestimmt wurde ein Schlichtungsausschuss und zwei Kassenprüfer.


Gerhard Käfer zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Bild: Herr Käfer wird zum Ehrenvorsitzenden ernannnt

Ehrenvorsitzender Käfer

Mit lang anhaltendem Applaus und „standing ovations“ wurde Gerhard Käfer von der Mitgliederversammlung einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt.
Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel war persönlich erschienen um Gerhard Käfer im Namen des Präsidiums und des Länderrats des Deutschen Tierschutzbundes seinen Dank für die vielen gemeinsamen Jahre im Kampf für mehr Tierschutz auszusprechen. Unter der Führung von Herrn Käfer wuchs der Landestierschutzverband zu einem der stärksten Landesverbände an und hat viele Entscheidungen auf Bundesverbandsebene maßgeblich mitgeprägt.


Bild: Verleihung der Goldenen Ehrennadel an Ursula Zelenka und Ursula Schoell

Ursula Zelenka und Ursula Schoell

Für Ihre langjährige Tätigkeit im Erweiterten Vorstand des Landesverbandes, dessen Unterstützung und der regionalen Betreuung der Mitgliedsvereine verlieh Herr Käfer Frau Ursula Zelenka (Freiburg) und Frau Ursula Schoell (Freudenstadt) als besondere Auszeichnung die goldene Ehrennadel.


Landwirtschaftsminister Hauk und der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, dankten Käfer für sein jahrzehntelanges Engagement für den Tierschutz in Baden-Württemberg.

Bild: Landwirtschaftsminister Peter Hauk würdigt Gerhard Käfer

Min. Peter Hauk ehrt Gerhard Käfer

Am Nachmittag dankte auch der besonderer Ehrengast Landwirtschaftsminister Peter Hauk Herrn Käfer ausdrücklich für sein jahrzehntelanges Engagement für den Tierschutz in Baden-Württemberg: „Herr Käfer betrieb Tierschutz mit Herzblut und Leidenschaft“. Gerhard Käfer habe auf Landesebene immer auch für drei K’s gestanden – Kompetenz, Kritikfähigkeit und Kooperationsfähigkeit.
Ganz besonders unterstrich der Minister dabei die langjährige Mitarbeit Herrn Käfers im Tierschutzbeirat und in diversen Kommissionen. Dem neuen Vorsitzenden Herbert Lawo gratulierte Minister Hauk zur Wahl und gab seiner Erwartung auf weitere konstruktive Zusammenarbeit Ausdruck.

Auch die Tierschutzsprecherin der Landtagsfraktionen Bündnis 90 / die Grünen, Renate Rastätter MdL sprach ein kurzes und engagiertes Grußwort, indem Sie Herrn Käfer im Namen ihrer Partei und aller Landtagsabgeordneten für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahrzehnt herzlichst dankte.

Herr Apel ließ es sich bei seinem Besuch im „Ländle“ nicht nehmen, in seiner Anschlussrede die Tierschutzpolitik der Landesregierung - auch in Hinblick auf deren Position auf Bundesebene - kritisch zu hinterfragen. Besonders die landwirtschaftlichen Nutztiere hätten angesichts der aktuellen, politischen Zielrichtung eindeutig das Nachsehen. Die Orientierung rein an wirtschaftlichen Interessen zeigten am Beispiel der Legehennenhaltung und der jetzt angestrebten „Kleingruppenhaltung“ in etwas größeren Käfigen ihre ganzen geradezu tierverachtenden Ausmaße.

Bild: Bundesverbandspräsident Wolfgang Apel

Bundesverbandspräsident Wolfgang Apel

Im Weiteren listete Herr Apel verschiedene Brennpunkte im Tierschutz auf und erläuterte die einzelnen Standpunkte des Tierschutzbundes. Er endete mit dem Hinweis, dass demnächst sowohl in diversen Bundesländern als auch (voraussichtlich 2009) auf Bundesebene wieder Wahlen anstehen. Das sollte unbedingt ausgenutzt werden, indem rechtzeitig tierschutzrelevante Forderungen bundesweit an die Politiker herangetragen werden.


Gerhard Käfer - über 25 Jahre widmete er dem Tierschutz

Über ein Vierteljahrhundert lenkte Gerhard Käfer die Geschicke des Landestierschutzverbandes, dem Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes in Baden-Württemberg. Unter seiner Führung wuchs der Verband auf über 100 Mitgliedsvereine mit über 70.000 Mitgliedern an und ist damit die größte Tier- und Naturschutzorganisation dieses Bundeslandes.
Wie niemand sonst ist Gerhard Käfer seit Jahrzehnten mit dem Tierschutz in Baden-Württemberg verbunden. Von 1968 bis 1975 war er Vorsitzender des Tierschutzvereins Böblingen und bereits seit 1970 Mitglied im Erweiterten Vorstand des Landesverbandes, dessen Vorsitz er 1983 übernahm. In den 25 Jahren dieser Tätigkeit gelang es Gerhard Käfer durch intensive Öffentlichkeitsarbeit und Publikationstätigkeit, Kundgebungen und Ausstellungen, die großen und vielschichtigen Tierschutzprobleme und Missstände immer stärker in das Bewusstsein der baden-württembergischen Bevölkerung zu bringen. Hierdurch und nicht zuletzt auch durch das aktive Engagement im 1991 gegründeten Landesbeirat für Tierschutz beim Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, gelang es Käfer und seinen Mitstreitern, die Tierschutzpolitik im Land voranzutreiben. So zählt auch die Aufnahme des Tierschutzes in die Landesverfassung (2000) zu einem der großen Erfolge – schon Anfang der neunziger Jahre kämpfte Käfer für dieses Ziel und warb bei allen Landtagsabgeordneten um Unterstützung (Umfrage 1996).

Bild: Gerhard Käfer

Um die Tierschutzarbeit der einzelnen Vereine in den Kommunen zu erleichtern und zu verbessern, rief Käfer regelmäßig stattfindende Regionalkonferenzen ins Leben, in denen Tierschützer, kommunale Entscheidungsträger und die örtlich zuständigen Veterinärämter an einem Tisch Platz nehmen und nach Lösungen suchen.
Viele der unverzichtbaren Tierheime im Lande gäbe es ohne Gerhard Käfer nicht. Für die dort und in den Mitgliedsvereinen wirkenden Tierschützer/innen wurde der Landestierschutzverband dank Käfers beharrlichem Einsatz zu einer helfenden und schützenden Institution, die Schulungen und Fachseminare für die Mitglieder anbietet und die den Vereinen mit Hilfe einer leistungsstarken Geschäftsstelle in allen Fragen des Tierschutzes mit Rat und Tat zur Seite steht.

Des Weiteren fallen unter Käfers Ägide der Ausbau der Tierschutzjugend Baden-Württemberg sowie die Pferdehilfe Baden-Württemberg, die Gnadenbrotplätze für alte, kranke und in Not geratene Pferde und Ponys bereitstellt und sich um die Versorgung und Pflege der Tiere kümmert.
Weit über seine Verbandstätigkeit hinaus blieb Gerhard Käfer in all den zurückliegenden Jahren, bis zum heutigen Tag, auf intensivste Weise Tierschutzpraktiker: trotz seiner aufreibenden Verbandstätigkeit ließ er es sich nie nehmen, selbst an Tierschutz- und Tierrettungsaktionen teilzunehmen und versorgt nach wie vor bei ihm gestrandete, hilfsbedürftige Tiere der verschiedensten Arten und schenkt ihnen bei sich zu Hause ein dauerhaftes Heim. Die Delegierten dankten ihrem langjährigen Vorsitzenden auf ihre Weise: sie wählten ihn einstimmig zum Ehrenvorsitzenden.

Karlsruhe, den 19. April 08