Igel sind normalerweise dämmerungs- bzw. nachtaktiv, d.h. sie kommen erst heraus wenn es bereits dunkel wird. Kranke Igel erkennt man meist daran, daß sie tagsüber herumlaufen, -torkeln oder -liegen. Auf kranken Tieren - übrigens wie auch auf Igel-Säuglingen und offensichtlich verletzten Tieren - sitzen in der warmen Jahreszeit häufig Schmeißfliegen, die dort ihre Eier ablegen. Kranke Igel sind apathisch, rollen sich kaum ein und sind oft mager und unterernährt. Man sieht hinter dem Kopf eine Einbuchtung - die sogenannte Hungerfalte - und sie haben herausstehende Hüftknochen. Die Augen stehen nicht halbkugelig hervor, sondern sind eingefallen, schlitzförmig.
Ausnahmen bilden aufgestörte Igel. Wenn Laub- und Reisighaufen entfernt, Holzstapel abgebaut, in Gärten und Parks gearbeitet oder Baumaßnahmen begonnen werden, eventuell auch Hunde herumstöbern, können Igelnester zerstört werden. Dann sucht auch ein gesundes Tier tagsüber einen neuen Unterschlupf.
Hilfsbedürftig sind auch Igel, die nach Wintereinbruch, d.h. bei Frost und Schnee herumlaufen. Auch solche Igel findet man vornehmlich am Tag. Es kann sich um kranke und schwache Alttiere handeln, öfter aber sind es Jungtiere, die spät geboren, eventuell auch krank sind und sich wegen des geringen Nahrungsangebots im Herbst kein für den Winterschlaf ausreichendes Fettpolster anfressen konnten.
Eine Faustregel besagt außerdem, daß die Jungigel, die Anfang November weniger als 500 Gramm wiegen, in menschliche Obhut genommen werden sollen. Wie die Praxis zeigt, sind es aber nur wenige Tiere, auf die diese Regel angewendet werden muß. Wenn keines dieser Kriterien auf den eingelieferten Igel passen sollte, so sollte er sofort an den Fundort zurück gebracht und dort wieder ausgesetzt werden, sofern keine andere Gefährdung an dieser Stelle für ihn besteht (Straßenverkehr etc.).
Den besser aussehenden Tieren stellt man abends Futter und Wasser hin und sieht am nächsten Morgen
nach, wieviel davon gefressen wurde.
Unmittelbar nach der Aufnahme eine medikamentöse Behandlung anzugehen - meist wäre das eine
Therapie gegen Innenparasiten - ist fahrlässig. Der Igel steht durch die ungewohnten Dinge,
die mit ihm und um ihn herum passieren, unter Streß. Erst müssen sich Kreislauf und Stoffwechsel
stabilisiert haben, der Igel muß nicht nur behandlungsbedürftig, er muß auch behandlungsfähig
sein. Die erste Nacht nach der Aufnahme des Tieres sollte es deswegen erst einmal in Ruhe gelassen
werden. Überlebt er diese Nacht nicht, hätte er sie ziemlich sicher auch trotz sofortiger
Behandlung nicht überstanden.
Verlassene Igelbabys, die noch keine 100 g wiegen, gehören in fachkundige Hände, denn die
Aufzucht von Igelbabies ist sehr schwierig.
Die Kleinen müssen durchgehend (Tag und Nacht) versorgt werden und sollten am besten in einer
Igelstation oder einem Tierschutzverein, der sich mit Jungigeln auskennt abgegeben werden.
Die kleinen Igel müssen - wie unterkühlte Igel (siehe unten) - ständig warmgehalten werden.
Zudem brauchen sie im Abstand von zwei bis vier Stunden kohlenhydrat- und vor allem laktosearme
Ersatzmilch. (Igelmuttermilch ist besonders eiweiss- und fettreich).
Den Igelsäuglingen keinesfalls Kuhmilch oder Säuglingsersatzmilch füttern!!!
Bis das entsprechende Milchpräparat über den Tierarzt besorgt werden kann, ist es möglich
kurzzeitig lauwarmen, ungesüssten Fencheltee zu verabreichen.
Wirkt ein Igel schwach und mager, sind häufig Innenparasiten die Ursache. Dazu gehören häufig
Lungenhaar- und Lungenwürmer, Darmsaugwürmer, Kokkzidien und Bandwürmer. Husten oder röchelnder
Atem weisen mit ziemlicher Sicherheit auf einen massiven Befall mit Lungenwürmern hin.
Weitere Krankheitsanzeichen sind:
Grüner, schleimiger Kot, Durchfall, Blutungen aus dem Mund oder After, Gleichgewichtsstörungen,
Lähmungen, Apathie, Hautschorf, eitrige Pusteln, Stachelausfall, Krämpfe, Zittern, blasse
Schleimhäute, geschwollene Beinchen etc.
Zudem können auch bakterielle Infektionen bei Igeln auftreten.
Folglich:
Gehen Sie mit dem Igel vorsorglich zum Tierarzt und lassen sie auf alle Fälle den Kot des Tieres
untersuchen.
Zuerst sollte das Tier von den sog. Ektoparasiten wie Flöhen, Zecken, Fliegeneiern und -Maden befreit werden, also diese vorsichtig mit der Pinzette absammeln. Letztere kommen vor allem in der warmen Jahreszeit vor, nicht nur auf verletzten, sondern auch auf allgemein schwachen Tieren. Igelflöhe lassen sich am besten mit einem speziellen Igelspray (Zoofachhandel) beseitigen. Zecken ebenfalls nur mit Hilfe einer Pinzette (ohne Zusatzmittel, wie Öl oder ähnliches!) entfernen .
Ist der Igel unterkühlt - also an der Bauchunterseite spürbar kälter als die eigene Hand - legt man ihn am besten auf eine gut handwarme, mit einem Handtuch umwickelte Wärmflasche in einen kleinen, aber hochwandigen Karton. Der Igel wird mit einem weiteren Handtuch zugedeckt. Hat der Igel wieder eine normale Körpertemperatur, bringt man ihn in eine vorbereitete Igelkiste mit Schlafhaus.
Igel müssen unbedingt einzeln gehalten werden !!!
Nur Jungtiere aus einem Wurf können zumindest eine gewisse Zeit über noch zusammen bleiben.Abbildung 1:
Bodenbox zur privaten Unterbringung eines hilfsbedürftigen Igels
Die Igelkiste (Abbildung 1) sollte mindestens eine Grundfläche von 1x2 m (besser 2x2m) aufweisen
und ca. 50 cm hoch sein, um einen „Ausbruch“ zu verhindern. Die Kiste sollte mit Zeitungspapier
ausgelegt werden, welches morgens täglich ausgewechselt werden muß.
Ein Karton (ca. 30x30 cm) mit ausgeschnittenem Schlupfloch dient als Schlafhäuschen und wird
noch zusätzlich mit zerissenem und verknülltem Zeitungspapier ausgepolstert. Dieses Papier sollte
auf alle Fälle immer ausgewechselt werden, wenn es feucht oder verschmutzt ist, ansonsten reicht
es ugf. einmal pro Woche.
Je ein Schüsselchen für Futter und Wasser (niemals Milch !!), fertig ist das Igelheim.
Igel sind nachtaktiv, das heißt sie fressen und verdauen in der Nacht. Deswegen sollte die
Igelkiste bei Zimmertemperatur in einem Raum aufgestellt werden, der tagsüber - wenn der Igel
schläft - ruhig ist und wenig genutzt wird.
Es ist nicht zu empfehlen Igel frei in der Wohnung herum laufen zu lassen, da sie sich gerne in
dunkle Ecken verkriechen. Es kann nämlich passieren, dass sie sich beispielsweise hinter einem
Schrank mit ihren Stacheln verkeilen und nicht mehr ohne Hilfe hervorkommen können.
Wichtig ist auch, daß die Igel abwechslungsreich ernährt werden: Hier sind einige Beispiele:
Igel-Futter-Rezepte (jeweils ca. 150-160 kcal bzw. 630-670 kJ)| Grundnahrung | Ballaststoffe | Zugabe |
| 100 g Katzendosenfutter 1 | 2 EL (20 g) Futterhaferflocken | |
| 80 g Katzendosenfutter | 2 EL (20 g) Igeltrockenfutter * | |
| 100 g Geflügelfleisch ohne Knochen | 1 EL (5 g) Weizenkleie | evtl. 1 EL Wasser |
| 100 g Geflügelfleisch ohne. Knochen | 2 EL (50 g) gekochte Karotten | |
| 80 g Geflügelfleisch ohne. Knochen | 1 EL (10 g) Igeltrockenfutter * | evtl. ½ EL Wasser |
| 60 g Rinderhack 2 | 1 EL (10 g) Futterhaferflocken | |
| 30 g Rinderhack | 1 EL (5 g) Weizenkleie | |
| 60 g Rührei (1 mittelgroßes Ei) | 2 EL (20 g) Igeltrockenfutter * | evtl. 1 EL Wasser |
Es sollte also auf keinen Fall jeden Tag immer das gleiche - ach so praktische - Dosenfutter
verabreicht werden. Alternativen sind angebratenes Hackfleisch, kleingeschnittenes oder
durchgedrehtes Geflügelfleisch oder Rühreier. Igelfutter muß eiweiß- und fettreich sein und
außerdem Ballaststoffe enthalten. Diese mischt man in Form von Futterflocken oder
Igeltrockenfutter unter Dosenfutter, Fleisch oder Eier. Nicht nötig sind Beigaben von Obst
oder Gemüse. Igel sind nun mal keine Pflanzen- sondern Insektenfresser und können Vitamin C
selbst im Körper herstellen, es muß nicht von außen zugeführt werden.
Da Igel bei ständiger weicher Nahrung zu Zahnstein neigen, sollte man mindestens einmal wöchentlich
zusätzlich zum normalen Futter eine Runde Katzenbrekkies, noch besser enthäutetes Hühnerklein mit
den Knochen anbieten.
Futter und Wasser sollten immer Zimmertemperatur haben (nichts direkt vom Herd oder aus dem
Kühlschrank!!) und die Schälchen müssen täglich gereinigt werden.
Und nochmals der Hinweis:
!!! Igeln niemals Milch, Essensreste, gewürzte Speisen oder Süßigkeiten geben !!!
Wenn die Igel dank der guten Pflege ihr eigentliches Winterschlafgewicht erreichen (700-1000g bei einem erwachsenen Tier, bei Jungigeln reichen je nach Jahreszeit 550 bis 650 Gramm) sollte ihnen die Möglichkeit des Winterschlafs angeboten werden. Zu diesem Zweck werden Winterschlafboxen benötigt, die entweder in einem absolut kalten Raum (kälter als 4° C) oder frostsicher abgedeckt im Freien stehen. Die Winterschlafboxen können genauso gebaut werden, wie diejenigen im warmen Innenraum. Nur die Karton-Schlafhäuschen sind für die Kälte nicht geeignet!!
Ein gut isoliertes Winterschlafhaus (Abbildung 2) besteht aus zwei ineinander gestellten Kartons mit deckungsgleichen Schlupflöchern. Der Raum zwischen den beiden Kartons wird fest mit zerknülltem Zeitungspapier ausgestopft. Die ins Kalte gebrachten Igel werden so lange ganz normal weiter gefüttert, bis sie sich zu ihrem Winterschlaf zurückgezogen haben und ihre Schutzhütte offensichtlich nicht mehr verlassen. Um dies überprüfen zu können, klebt man am besten ein Blatt Toilettenpapier vor den Einschlupf. So genügt bei der täglichen Kontrolle ein Blick auf eben dieses Stück Papier, um festzustellen ob der Igel schläft oder immer noch / bzw. bereits wieder „herumgeistert“. Ist das Papier zerrissen, so sollte der Igel am Abend wieder gefüttert werden. Um auf der sicheren Seite zu stehen kann man als „Notration“ in das Gehege ein Schälchen mit Igel- oder Katzentrockenfutter gestellt werden und natürlich frisches Wasser.
(Noch einmal zur Erinnerung:
Der Winterschlaf endet je nach Witterungsumständen Ende März bis Ende April. Nicht alle Igel wachen
zur gleichen Zeit auf. Der wieder munter werdende Igel sollte dann idealerweise in ein extra
angelegtes Freigehege im Garten gesetzt werden. Dort haben die Igel Gelegenheit ihre Muskeln zu
trainieren und auch schon diesen oder jenen Wurm oder Käfer zu fangen. Natürlich müssen die Igel
auch im Gehege gefüttert werden, denn die dort vorhandenen Kleinlebewesen reichen nicht aus um auch
nur einen Igel ausreichend zu ernähren. Die Igel werden dort so lange gefüttert, bis sie ihr
ursprüngliches Körpergewicht vor Antritt des Winterschlafes (mind. 650-700g) wieder erreicht haben.
Die richtige Zeit zum Auswildern ist gekommen, wenn im Frühjahr Sträucher und Hecken ergrünt und
die Nahrungstiere der Igel wieder ausreichend vorhanden sind. Im Flachland ist das etwa Mitte bis
Ende April, in höheren Lagen erst Anfang bis Mitte Mai. Besonders wichtig ist eine ausreichend
lange Aufenthaltszeit im Freigehege vor allem für die handaufgezogenen Jungigel, die noch nie oder
nur sehr kurze Zeit „in Freiheit“ selbständig auf Futtersuche gewesen waren. Für sie stellt das
Gehege eine Art „Trainingscamp“ dar, das ihnen die Wiedereingliederung in die Natur erst
ermöglicht.
Wie anfangs bereits erwähnt, sollten die Igel soweit möglich an ihrem Fundort oder in dessen
nächster Umgebung wieder ausgesetzt werden. Igel besitzen ein ausgezeichnetes Ortsgedächnis. Sie
werden sich in der gewohnten Umgebung sicherlich schneller einleben können und Nahrungsquellen
wiederfinden als in für sie unbekannten Gebieten.
Lediglich wenn dem Igel am Fundort unmittelbare Gefahr droht, etwa durch eine Baustelle oder eine
stark befahrene Straße, sollte ein neuer igelgerechter Lebensraum gesucht werden.
Igel begegnen in unserer heutigen „zivilisierten Welt“ tagtäglich vielerlei Gefahren.
Nach einer seriösen Hochrechnung werden jährlich 500 000 Igel bundesweit in Deutschland im
Straßenverkehr getötet.
Diese Verluste stellen einen schwerwiegenden Eingriff ins natürliche Gleichgewicht dar, zumal
meistens mobile und gesunde Tiere überfahren werden.
Die Straßenopfer sind jedoch nur ein Teil der alljährlich getöteten Tiere. Agrarwüsten und
Monokulturen bieten keine Nahrung und keinen Unterschlupf, noch vorhandene natürliche Lebensräume
sind oft nicht miteinander vernetzt. In der sogenannten freien Feldflur finden sich daher kaum mehr
Igel. Die Rückzugsgebiete der Igel sind die menschlichen Siedlungen mit ihren Gärten, Parks und
durchgrünten Randbereichen, in denen es noch Mischkulturen und damit Lebensraum für Igel gibt. Doch
auch dort bedrohen ihn vielfältige Gefahren: Elektrosensen, Rasenmäher, Laubsauger, Mistgabeln,
steilwandige Gruben, Schächte, nicht abgedeckte Schwimmbäder, Schlagfallen, Giftköder, Beeren- und
Teichnetze, Garten- und Brauchtumsfeuer, Pestizide und Kunstdünger vernichten natürliche
Nahrungsgrundlagen, Aufräumwut in Gärten zerstört Nistmöglichkeiten.
Jeder Mitbürger sollte sich darüber bewußt sein, daß er selbst auch etwas zum aktiven Igelschutz
beitragen kann.
Denn wieso finden die Igel keinen passenden Unterschlupf mehr?
Weil der Garten aufgeräumt und
sauber ist wie zu Hause das Wohnzimmer.
Schaffen Sie naturnahe Gärten mit vielen Unterschlupfmöglichkeiten wie Hecken und Sträucher. Putzen
Sie Ihren Garten nicht aus, sondern belassen Sie das dichte Unterholz und Laubhaufen. Legen Sie
keinen „Golfrasen“ an, sondern eine artenreiche Blumenwiese.
Warum finden die Igel immer weniger zu fressen?
Weil im Garten grundsätzlich sämtliche „Schädlinge“
wie Raupen, Insekten und Schnecken, die eventuell an den Salat oder anderes Gemüse gehen könnten,
mit allen zur Verfügung stehenden (chemischen) Mitteln bekämpft werden.
Also keine Schädlingsbekämpfungsmittel oder sonstige Pestizide u. Herbizide einsetzen. Stattdessen
zusätzlich Futterpflanzen für unsere einheimischen Insekten anpflanzen. Um beispielsweise einer
Wildblumenwiese eine Chance zu geben, muß der Boden entsprechend nährstoffarm sein, auf
vorgedüngter Gartenerde wird das nicht gelingen ...
Warum liegt schon wieder ein toter Igel im Straßengraben?
Weil Autofahrer/Innen vor allem
nachts viel zu schnell fahren, ohne Rücksicht auf Verluste.
Also: vor allem bei Nacht langsam und vorausschauend fahren,
die Igel werden es ihnen danken.
Jedes Frühjahr beginnen wildlebende Vögel zu brüten und immer wieder kommt es vor, daß Jungvögel aus dem Nest fallen.
Eine großer Teil der Bevölkerung sorgt sich um die oft hilflos am Straßenrand sitzenden Vögel, weiß aber nicht so genau über Unterbringung und Ernährung des Vogels Bescheid. Wir möchten mit diesen Hinweisen / bzw. unserem Informationsblatt etwas zum Thema Aufzucht von Jungvögeln unter Beachtung des Tierschutzes beitragen.
Ist der Vogel wirklich hilflos?
Wie auch bei anderen Tierarten wird zwischen Nesthockern und Nestflüchtern unterschieden. Nestflüchter, wie z.B. Enten, Gänse und Hühner haben beim Schlüpfen bereits ein volles Daunengefieder und sind sofort in der Lage zu laufen oder zu schwimmen. Sie nehmen schon bald selbständig Nahrung auf und benötigen meist keine Unterstützung durch den Menschen.
Anders ist es bei den Nesthockern, wie z. B. Singvögel, Eulen, Spechte, Greifvögel und Segler. Sie bleiben im Nest und werden von den Elterntieren versorgt bis sie sich zu selbständigen Tieren entwickeln. Gerade bei Amseln und Drosseln kann es vorkommen, daß sie das Nest verlassen, bevor sie richtig fliegen können. Sie flattern ungeschickt umher, sind aber meistens nicht verletzt und werden auch außerhalb des Nests von den Eltern weiterversorgt.
Man sollte einen Vogel nur dann mitnehmen, wenn sicher ist, daß er verletzt ist und nicht mehr von den Elternvögeln versorgt wird !!!(1 Stunde lang beobachten).
Sitzt der Vogel hilflos auf einer Straße oder ungeschützt im Regen sollte man ihn in eine Hecke setzen und aus Distanz beobachten.
(keine Angst, anders als Rehe oder Hasen "riechen" Vögel nicht, dass der Jungvogel von einem Menschen angefasst wurde, sie nehmen ihr Junges trotzdem wieder an.)Generell ist zu sagen, daß die Vögel in Obhut des Menschen sehr schwer aufzuziehen sind und ihre Überlebenschancen durch Schwierigkeiten bei der Auswilderung gering sind.
Wie wird der Vogel versorgt und wo bringe ich ihn unter?
Generell dürfen Wildtiere nur in Notfällen der Natur entnommen werden. Segler, Greifvögel und Eulen sollen unter fachmännischer Aufsicht großgezogen werden. Über die notwendigen Kenntnisse verfügen Vogelaufzuchtstationen, Zoos, oder Vogelwarten.
Am ehesten gelingt die Aufzucht von Singvögeln. Sie erfordert aber viel Zeit und Geduld. Der flugunfähige Vogel kann in einen oben offenen Karton gesetzt werden, als Unterlage eignet sich Küchenpapier oder Zeitung. Die Einlage soll 2 x täglich gewechselt werden. Bei Nacht sollte die Behausung abgedeckt werden. Als Futter dient eine fertiges Jungvogelaufzuchtfutter aus dem Zoofachhandel oder eine selbst hergestellte Mischung aus Rinderhack (oder Mehlwürmer), mit Insektenschrot (1:1), mit Futterkalk und vermischt mit etwas Multivitaminpräparat. Mit dieser angefeuchteten Mischung wird der Vogel gefüttert. Dazu nimmt man eine erbsengroße Menge Futter mit einer stumpfen Pinzette und schiebt das Futter vorsichtig in den Schlund. Falls der Vogel nicht schluckt, den Schnabel leicht nach oben ziehen, dann wird der Schluckreflex ausgelöst. Der unbefiederte Vogel braucht tagsüber bis zu 4 x pro Stunde Futter, wenn das Gefieder wächst kann man auf 2 x reduzieren.
Wann kann ich den Vogel fliegen lassen?
Fängt der Vogel an zu flattern sollte man ihn in einen ausreichend großen Käfig umsetzen und beobachten ob er das Futter selbständig aufnimmt und zu fliegen beginnt. Dann kann er nach zwei Wochen in der Nähe des Fundortes oder im Garten in die Freiheit entlassen werden. Falls die Möglichkeit besteht, kann hier noch zugefüttert werden