Spätestens bei einsetzendem Frost und dem ersten Schnee sind unsere einheimischen Singvögel für zusätzlich angebotenes Futter sehr dankbar. Aufgrund der immer tierfeindlicheren Umweltbedingungen finden sie nicht mehr genügend Nahrung und sind auf tiergerechte Zufütterung angewiesen, um einen strengen Winter zu überleben.
Winterfütterung von Vögeln - ja oder nein, und wenn ja wann?Der Landestierschutzverband Baden-Württemberg vertritt eine klare Position: Dann, wenn der Boden gefriert oder vom Schnee bedeckt ist, ist es Zeit, den einheimischen Vögeln mit einem tiergerechten Futterangebot zu helfen, strenge Wintermonate gesund zu überleben. Wenn es eisig kalt wird, brauchen die Vögel viel Energie, um ihren Stoffwechsel und ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten, finden aber in der verbliebenen Natur oft nicht mehr genügend Futter, um die verbrauchten Reserven wieder aufzufrischen. Hält man sich vor Augen, dass eine Meise in einer Winternacht fast 10 % ihres Eigengewichts verlieren kann, ist es leicht vorstellbar, dass Nahrungsmangel den sicheren Tod für die kleinen Tiere bedeutet.
Was sollte man füttern?Die Körnerfresser unter den Vögeln, wie Finken, Spatzen, Zeisig, Dompfaff und Kernbeißer bevorzugen Körnermischungen mit Sonnenblumenkernen, ungesalzenen Nüssen, Hanf und andere Sämereien. Diese Vögel sind gut erkennbar an ihrem ausgeprägten kräftigen Schnabel, der ihnen das Körnerknacken leicht macht.
Eigentliche Insektenfresser, wie Meisen, Rotkehlchen, Zaunkönig und Amseln haben vergleichsweise zierliche spitz zulaufende Schnabelformen. Sie brauchen weiches Futter und freuen sich über Haferflocken, Kleie, Rosinen und auch Äpfel, die sie anpicken können.
Manche unter ihnen können sich bedingt anpassen und im Winter auch Körnerfutter verwerten.
Sehr gut angenommen werden von solchen Vögeln deshalb auch Meisenknödel- und -ringe oder ähnliche Fett-Körner-Mischungen. Das darin enthaltene Fett ersetzt nicht nur die normalerweise tierische Kost sehr gut, es schützt die darin enthaltenen Getreideprodukte auch gleichzeitig vor Feuchtigkeit. So kann man sogar Spechte und Kleiber dabei beobachten, wie sie solche Futterquellen intensiv mit ihrem Schnabel "bearbeiten".
Auf keinen Fall dürfen Brot oder Essensreste angeboten werden, das bekommt den Tieren überhaupt nicht und kann sogar zu ihrem Tod führen.
Ganz wichtig ist die Hygiene am Futterplatz. Das angebotene Futter darf weder feucht werden noch durch den Kot der Vögel verschmutzen. Auch Futterreste vom vergangenen Jahr sind tabu. Schimmelpilz, ranziges Fett und Kotreste machen Vögel krank und haben am Futterplatz nichts verloren. Am besten eignen sich geschlossene Futtersilos, um das Futter vor solchen Verunreinigungen zu schützen. Offene Vogelhäuschen müssen regelmäßig gesäubert und Futterreste beseitigt werden, um Gesundheitsproblemen vorzubeugen. Andere Gefahrenquellen dürfen ebenfalls nicht außer acht gelassen werden: die Futterquelle sollte möglichst so aufgestellt sein, dass sie vor Fressfeinden sicher ist, gut angeflogen werden kann und ggf. schnelle Fluchtmöglichkeiten bestehen.
Sollte man Vögeln im Winter Wasser anbieten?Im Winter sollte man - auch bei Frost - zusätzlich Schalen mit Trinkwasser anbieten. Da das ausgelegte Futter in der Regel sehr trocken ist, benötigen die Vögel viel Wasser und dies ist im Winter oft nur schwer erreichbar. Es besteht auch nicht die Gefahr, dass das Gefieder vereisen könne. Derartige Befürchtungen wurden durch wissenschaftliche Beobachtungen widerlegt.