Tierische Osterwünsche - Feiertage mit gutem Gewissen genießen
Tierfreundlich Ostern feiern - Landestierschutzverband gibt wertvolle Ostertipps: Herbert Lawo, erster Vorsitzender: "An Ostern bitte auch an die Tiere denken. So sind lebendige Kaninchen nicht als Osterhasen geeignet, die bunten Ostereier sollten keine Käfigeier sein und der Osterbraten - so es ihn gibt - nicht aus tierquälerischer Haltung stammen."
In Anbetracht der momentanen Frühjahrshitze warnt der Verband außerdem davor, Tiere im geparkten Auto zurückzulassen.
Ostern steht bevor. Der Landestierschutzverband wünscht allen schöne Osterfeiertage und gibt gleichzeitig Anregungen, wie jeder selbst Ostern möglichst tierschutzkonform gestalten kann.
Ein Hauptanliegen des Verbandes ist der Hinweis, dass lebendige Kaninchen keine geeigneten Geschenkideen sind und auch an Ostern nicht unbedacht gekauft werden sollen. "Leider werden viele Kaninchen völlig unüberlegt angeschafft und in den allermeisten Fällen nicht artgerecht gehalten. Die Folge ist entweder, dass die Tiere ziemlich bald wieder weg müssen oder aber irgendwo im Abseits, auf dem Balkon, in der Garage, oder im Keller vor sich hinvegetieren," so der Verbandsvorsitzende Herbert Lawo. Lawo weiter: "Gerade Kaninchen sind sehr anspruchsvolle Tiere. Sie brauchen unbedingt mindestens einen Artgenossen (bei einem Pärchen muss das Männchen kastriert sein), täglich ausreichende Bewegung und viel Auslauf, abwechslungsreiche Nahrung, sie benötigen Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten, nagen und graben gerne - mit anderen Worten: Sie sind als Schmusehasen für Kinderzimmer überhaupt nicht geeignet."
Lawo weiß wovon er spricht, denn die Tierheime in Baden-Württemberg sind übervoll mit ungewollten abgegebenen oder ausgesetzten Kaninchen.
"Es ist traurig, wie Tiere in unserer schnelllebigen Gesellschaft immer mehr zur Konsumware degradiert werden. Hier muss endlich ein Umdenken stattfinden," so der Appell des Landestierschutzverbandsvorsitzenden. Ein erster Schritt wäre beispielsweise, konsequent auf tierische Spontankäufe und -geschenke zu verzichten, auch wenn die Kinder noch so hartnäckig auf einen "echten Osterhasen" bestehen. Haustiere zu halten heißt, eine große Verantwortung zu übernehmen - und zwar das gesamte Tierleben lang. Eine Aufgabe, mit der gerade kleinere Kinder hoffnungslos überfordert sind. Zu Beginn der Überlegung zur Anschaffung von Heimtieren sollte deshalb immer eine kompetente Beratung stehen. Diese ist bei den Tierschutzvereinen und Tierheimen zu bekommen - kostenlos.
Aber auch über die Ostergeschenke hinaus darf der Tierschutzgedanke nicht in Vergessenheit geraten. Vor allem im kulinarischen Bereich gibt es einiges zu bedenken. Tierfreunde achten beispielsweise beim Kauf von Eiern - ob gefärbt oder nicht - darauf, dass sie nicht aus Käfighaltung stammen. Und: Auch der Osterbraten hat einmal gelebt. "Millionen so genannter Nutztiere fristen ein trostloses Leben unter lebensunwürdigen Haltungsbedingungen und sterben oft qualvoll," erklärt Lawo, "wenn man entgegen der Vernunft nicht auf Fleisch verzichten will, sollte man darauf achten, dass die Tiere zumindest ein artgerechtes Leben hatten, auch wenn das Ostermenü dadurch etwas teurer wird."
Aus aktuellem Anlass warnt der landesweit größte Tierschutzverband außerdem davor, Hunde oder andere Tiere bei der zurzeit anhaltenden Hitze im Auto zurückzulassen. Dies gilt ebenso wie für Kleinkinder. Am vergangenen Wochenende ist im Raum Karlsruhe bereits ein Rottweiler in einem völlig überhitzten PKW elend umgekommen. Gegen den Halter wird jetzt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Lawo rät deshalb eindringlich, Tiere in keinem Fall in der prallen Sonne zurückzulassen. "Sorgen sie dafür, dass ihr Tier jederzeit einen schattigen und kühlen Ort aufsuchen kann und immer ausreichend Trinkwasser hat. Gerade an heißen Tagen sind Schatten und Wasser überlebenswichtig. Das gilt für alle Tiere, ob Vögel, Kaninchen, Meerschweinchen, Hunde, Pferde oder die so genannten Nutztiere auf der Weide."
Karlsruhe, 21. April 2011


