Grünes Licht für mehr Tierschutz im "Ländle"

Ein ganzes Land im Umbruch: Nach dem durchschlagenden Erfolg von Bündnis 90/die Grünen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg werden die Weichen ganz neu gestellt. Der Landestierschutzverband hatte im Vorfeld des Wahlkampfes die Landtagsparteien gezielt zu tierschutzrelevanten Punkten angefragt und die Antworten für tierschutzpolitisch interessierte Wähler veröffentlicht. Die Positionen der Grünen gaben vielen Tierfreunden Anlass zu neuen Hoffnungen. Jetzt gilt es Wahlversprechen umzusetzen.

Nach 58 Jahren unangefochtener Landesführung durch die christlich-demokratische Union steht Baden-Württemberg jetzt kurz vor einer grün-roten Regierung - noch dazu als erstes Bundesland voraussichtlich mit einem grünen Landesoberhaupt. Die hohe Wahlbeteiligung scheint zu zeigen: Viele Wähler in Baden-Württemberg sind unzufrieden und fühlen sich und ihre Interessen nicht mehr richtig vertreten. Der Landestierschutzverband hat die Landtagsparteien anhand eines Fragenkatalogs gezielt zu ihren Positionen hinsichtlich aktueller Tierschutzthemen angefragt und die Antworten im Vorfeld der Landtagswahlen veröffentlicht.

Dazu Herbert Lawo, dessen erster Vorsitzender: "Als Dachverband von über 100 Tierschutzvereinen im Land war uns ein wichtiges Anliegen, den Tierfreunden in Baden-Württemberg damit eine Orientierungsmöglichkeit zu bieten, inwieweit sich die einzelnen Fraktionen in den kommenden Jahren für den Tierschutz engagieren wollen." Lawo weiter: "Wir gratulieren den neuen Regierungsparteien im Landtag zu diesem Ergebnis und setzen gleichzeitig große Hoffnungen in die kommende Landesregierung, die aller Voraussicht nach künftig von einem grünen Landeschef geleitet wird.
TierschützerInnen und Tierfreunde sehen auch Tierschutzbelange als große Herausforderung - neben anderen - zur Gestaltung einer werteorientierten Zukunft. Wir setzen jetzt vertrauensvoll auf ausgeprägten Gestaltungswillen in der Tierschutzpolitik durch die künftige grün-rote Regierung. Selbstverständlich geht unser Wunsch dahin, dass sich alle Parteien in der Verantwortung des gesellschaftlichen Umgangs mit unseren Mitlebewesen einig werden, denn auch der Tierschutz ist ein Auftrag an alle."

Wertet man die Antworten auf die 14 Fragen des Landesverbandes aus, so ergeben sich die meisten Übereinstimmungen hinsichtlich der Forderungen der Tierschützer eindeutig bei der Fraktion der Landtags-Grünen. ( 376.6 KB)
Bündnis 90/ die Grünen wollen sich sowohl für ein Verbandsklagerecht für anerkannt seriöse Tierschutzverbände einsetzen als auch das Amt eines/einer Landestierschutzbeauftragten neu einführen. Sie befürworten eine Entkopplung des Fachbereichs Tierschutz aus dem Landwirtschaftsministerium und die Neueingliederung des Ressorts in ein Ministerium für Umwelt. Neben einer Überarbeitung des Landesjagdrechts stehen die Grünen außerdem dafür ein, Tierversuche zu reduzieren bzw. diese durch Alternativmethoden zu ersetzen. Gleichzeitig soll die Entwicklung tierversuchsfreier Forschung sowie die artgerechte Haltung von so genannten landwirtschaftlichen Nutztieren deutlich mehr gefördert werden.

Herbert Lawo dazu: "Diese tierschutzpolitischen Äußerungen der Landtagsfraktion der Grünen weckten große Hoffnungen bei vielen Mitbürgern. Jetzt gilt es, diese Ziele auch in die anstehenden Koalitionsberatungen einzubringen und im Koalitionsvertrag zu verankern. Wir sehen mit Spannung nach Stuttgart und bauen fest darauf, dass die Wünsche der Wähler wahrgenommen werden und der Tierschutz in Baden-Württemberg unter der neuen grün-roten Regierung ein großes Stück vorankommt."

Karlsruhe, 31. März 2011